2008

“Der verliebte Kantor” – 12. bis. 14. September 2008

Der verliebte Kantor

Die Geschichte des Wechmarer Kantors Ernst Christian Bach, der von 1773 bis 1822 in Wechmar als Lehrer wirkte, hat Knut Kreuch seit vielen Jahren fasziniert. Und als endlich Elmar von Kolson, der Nachfahre Johann Sebastian Bachs, die Wohnung des Kantors am Kirchplatz kaufte und liebevoll restaurierte war für den Bachfan Kreuch klar, diesem Kantor, muss ich eine Geschichte widmen. Es ist keine Geschichte geworden, denn zum zweiten Male hat Knut Kreuch ein Drehbuch vorgelegt. Unter dem Titel „Der verliebte Kantor, oder Die wahre Geschichte des Ernst Christian Bach“ erzählt Knut Kreuch eine Geschichte aus dem Leben des berühmten Lehrers im Jahre 1786.

Alles beginnt mit Elmar und Renate von Kolson, die im Jahre 2000 nach Wechmar kommen und sofort die Herzen der Wechmarer erobern. Als Elmar dann die Schule renoviert, da entdeckt er das Geheimnis des verliebten Kantors.</p

Ernst Christian Bach ist verheiratet, er musste die Tochter seines Lehrmeisters Meder aus Pferdingsleben heiraten in der Hoffnung, dass er dessen Arbeitsstelle im Dorf bekommt. Doch es kommt anders. Nicht in Pferdingsleben, sondern in Wechmar wird er Kantor und lieben tut Ernst Christian eine Andere. Diese Frau ist seine Cousine aus Ohrdruf. Auf einem Vogelschießen hat alles begonnen und so wird Ernst Christian manchen Vogel abschießen, um seine wahre Geschichte zu erzählen. Ist er wirklich der Vater des Kindes, welches seine Cousine geboren hat? Die ganze Dorfgemeinschaft ist dabei, wenn Ernst Christian singend und erzählend aus seinem Leben berichtet. Viele dutzend kleine und große Szenen hat Kreuch ins Drehbuch geschrieben und natürlich sind auch die edlen Beamten des Gothaer Hofes ins Dorf gekommen. Hans Adam von Studnitz soll als Gerichtsherr schlichten und Ernst Christian überführen. Wird er es schaffen? Mit dabei sind die Schauspieltruppe der Neuberin, eine Zigeunerbande und viele frische Sänger. Insgesamt werden ein dutzend Volkslieder im Stück zu erleben sein, einige hat Knut Kreuch für das Stück neu gedichtet oder neu inszeniert. Dr. Harro Frels spielt auf dem Dudelsack, Hermine auf dem Cembalo und die neue Instrumentalgruppe des Vereins wird im Theaterstück ihre Premiere erleben.

„Es werden spannende neunzig Minuten“ verspricht Knut Kreuch, der natürlich selbst wieder in eine Rolle schlüpfen wird. Auf die Frage welche es ist, zuckt er mit den Schultern. Premiere hat auch ein Mann, und zwar der die Hauptrolle übernimmt. Noch nie hat er Theater gespielt. In der Hauptrolle des verliebten Kantors wird Erich Mendel zu erleben sein. Der im hessischen Dudenrode lebende Heimatfreund hat mit einer Frau aus Wechmar sein großes Glück gefunden. Erich singt, spielt und tanzt im Verein, hier fühlt er sich wohl. Natürlich spielt seine Ehefrau Evi dann auch seine Braut Sofia Bach, die er eigentlich nicht heiraten wollte. Die Cousine, in die sich Ernst Christian unsterblich verliebte, das ist die Buhlschaft, dargestellt von Bärbel Kreuch. Und Hermine, das Kind der Buhlschaft wird von der zwölfjährigen Natalie Kreuch verkörpert.

„Bei uns sind Hausfrauen, Versicherungsdirektoren, Lehrer, Beamte, Gärtner, promovierte Agronomen, Klempner, Bürokauffrauen, Pastorinnen, Verkäuferinnen, Erzieher, Schüler, Babys, Elektriker, Bürgermeister, Physiotherapeuten, Rechtsanwälte, Verwaltungsangestellte, Rechtspfleger, Bundeswehrsoldaten, Finanzbeamte, Rentner und Pomologen, nur keine Schauspieler dabei“ so Antje Körbs, die bereits zum dritten Male die Regie für das Volksschauspiel führt.

Die Schauspieler kommen aus Wechmar und Günthersleben, aber auch aus Dudenrode und Sontra in Hessen, aus Göttingen in Niedersachsen, aus Gotha und Bad Langensalza, aus Mühlberg und Wandersleben, aus Seebergen und Schwabhausen. Der Jüngste ist ein Jahr, die älteste Schauspielerin hat sieben Lebensjahrzehnte schon voll.

Insgesamt hat Knut Kreuch 65 Sprechrollen geschrieben, Mitwirkende des Stückes werden mehr als 120 Personen sein. Mit dabei sind die Tanzgruppe, die Musikgruppe, die Kindertrachtengruppe und der Chor des Wechmarer Heimatvereins, die Gesangsvereinigung Seebergen, die Kirchengruppe Wechmar und das Ensemble der Burgenlandschule Wechmar.

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Fotos: Eva Kowalewski

Idee und Drehbuch sowie Gesamtleitung: Knut Kreuch
Regie: Antje Körbs

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